SANKT-MARTINS-HEIM ZETEL

WOHNWELT FÜR ÄLTERE MENSCHEN

Pressemitteilungen

NWZ 06.12.2017

„In der Pflege arbeiten kann nicht jeder“

Auszubildende im St.-Martins-Heim sprechen über ihre anspruchsvolle Arbeit

Es gibt viel zu viele negative Schlagzeilen über die Arbeit in der Altenpflege, findet Anke Stürwold. Die Pflegedienstleiterin des St.-Martins-Heims in Zetel möchte aufklären.

VON SANDRA BINKENSTEIN ZETEL

„Natürlich muss man schwer heben und im Schichtdienst arbeiten. Es ist kein leichter Beruf. Aber ich glaube, die Altenpflege wird viel zu sehr auf diese Aspekte reduziert“, sagt Anke Stürwold. Sie ist die Pflegedienstleiterin im St.-Martins-Heim in Zetel und zuständig für die Auszubildenden. „Pflege ist ein sehr anspruchsvoller Beruf. Das kann nicht jeder.“ Empathie, die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, sei in der Altenpflege ebenso wichtig wie Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit, sagt Anke Stürwold. Und der Schichtdienst sei nicht für jeden ein Problem.

Die 16-jährige Auszubildende Anna-Katharina Vormoor zum Beispiel sagt: „Ich finde das gut, dann hat man mal den Vormittag frei und mal den Nachmittag.“ Dass ihr Beruf in der Gesellschaft oft eindimensional dargestellt wird, findet auch die Auszubildende Lena Gerch. „Es ist schade. Das ganze Drumherum, der ganze Umgang mit den Menschen, die Verantwortung, die man hat, das wird unterschätzt.“

Sie und ihre Azubi-Kollegen wollen erzählen, warum sie sich für eine Ausbildung in der Altenpflege entschieden haben.

Katharina Reinhold, 25
„Es ist nicht jeder Tag gleich, weil wir mit Menschen zusammenarbeiten. Außerdem ist der Umgang mit alten Menschen sehr interessant, man kann viel von ihnen lernen, weil sie schon so viele Erfahrungen gemacht haben. Schließlich hat jeder von ihnen schon ein langes Leben gelebt. Es ist wichtig, sich das klar zu machen und den Bewohnern viel Respekt entgegenzubringen."

Lena Gerch, 21
„Ich habe zuvor eine Ausbildung zur Krankenpflegerin im Krankenhaus gemacht. Hier ist es schöner, weil die Krankheiten nicht im Vordergrund stehen, sondern der ganze Mensch und das ganze Leben der Menschen. Ich möchte mich nach meiner Ausbildung noch weiterbilden und später gerne mit psychisch kranken Menschen arbeiten.“

Anna-Katharina Vormoor, 16
„Verwandte von mir arbeiten in der Pflege, so bin ich auf den Beruf gekommen. Und ich bin positiv überrascht: Der Beruf wird oft so dargestellt, als ginge es nur darum, alte Menschen zu waschen. Aber das ist Blödsinn. Man wird durch den engen Kontakt zu den Leuten zu einem Familienmitglied. Außerdem ist der Beruf abwechslungsreich, denn man weiß nie, was auf einen zukommt.“

Kevin Mucker, 25
„Es macht mir Freude, alte Menschen zu unterstützen. Es ist zufriedenstellend, wenn man einen Bewohner morgens pflegt, und sieht, dass es ihm gutgeht, weil man ihm geholfen hat. Es geht in dem Beruf darum, für andere Menschen da zu sein, wenn sie Hilfe brauchen. Sie können sich jederzeit melden und wir stehen immer parat. Es ist ein gutes Gefühl, Menschen helfen zu können.“

Elzbieta Fischer, 41
„Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, kann ich meinen Traumberuf erlernen. Ich wollte schon immer in der Altenpflege arbeiten. Es ist ein Privileg, die Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleiten, das ist wie Familie. Ich gehe jeden Tag mit großer Freude an die Arbeit. Allein schon, den Menschen zuzuhören und mit ihnen zu reden, ist so interessant, sie haben schon so viel erlebt. Man muss wirklich mit dem Herzen dabeisein, denn man greift in die Intimsphäre der Menschen ein. Du brauchst das Vertrauen der Bewohner. Wenn sie oder die Angehörigen dir für deine Arbeit danken, wächst das Herz.“

Stefanie Albers, 26
„Nach dem Abitur habe ich einen Bundesfreiwilligendienst in der Altenpflege gemacht und so herausgefunden, dass ich in der Pflege arbeiten möchte. Nach der Ausbildung möchte ich auch mein Pflegemanagement-Studium abschließen, das ich nach dem Bundesfreiwilligendienstbegonnen habe. Ich finde die alten Menschen einfach beeindruckend. Viele werden mehr als 100 Jahre alt, und wenn man bedenkt, was diese Leute schon alles erlebt haben – das ist berührend.“

Originalseite der NWZ vom 06.12.2017

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Zum Fest gibt es Rouladen mit Rotkohl             August Hobbie, NWZ 24.12.2016

Die Bewohner des Sankt-Martins-Heimes Zetel haben ihre Wünsche am „Wunschbaum“ angebracht. Auch kulinarische Wünsche werden erfüllt.

Zetel „Ein Stück zu Hause“, das will das Team des Sankt-Martins-Heimes Zetel den Bewohnerinnen und Bewohnern bieten. Das trifft natürlich auch auf die Feiertage und den Jahreswechsel zu. Die Räume sind für das Weihnachtsfest festlich geschmückt, auf einem „Wunschbaum“ konnten die Senioren Zettel mit ihren ganz speziellen Gedanken und Anregungen anbringen. „Friede auf Erden“, das erhofft sich eine Frau zu Weihnachten. „Mehr Besuch von den Angehörigen“, danach sehnt sich ein weiterer der insgesamt 95 Bewohner der Einrichtung des Diakonischen Werkes Zetel.

Auf Wünsche eingehen

Nicht zuletzt auch ganz simple Wünsche äußern die Menschen, die unter anderem Anregungen für den Speiseplan geben. „Wir nehmen die Gedanken ernst, versuchen die Wünsche, sofern es möglich ist, zu erfüllen“, erklärt dazu Maria Bockhorst-Wimberg, Leiterin der Einrichtung. Auch das leibliche Wohl kommt dabei auf den Wunschzetteln zur Sprache.

Dementsprechend wird am ersten Weihnachtstag ein ganz traditionelles Essen nach Wunsch gekocht. Küchenchef Ingo Steffens serviert Rouladen mit Rotkohl und Salzkartoffeln. Das hatte eine Bewohnerin auf ihren Wunschzettel geschrieben. Auch die Vor- und Nachspeise hat es in sich: „Kraftbrühe Celestine", so der wohlklingende Name der Suppe, und „Christstollen-Parfait" als krönender Abschluss des Weihnachtsessens wird der Küchenchef zubereiten.

Unterstützt wird die Küchen-Crew von einigen Senioren, die beim Schälen der Kartoffeln regelmäßig helfen. „Das sorgt für Abwechslung und macht uns viel Spaß“, so Margarete Jürgens, die zusammen mit Anneliese Haaken und Wilfried Neumann zur „Stammbesetzung“ zählt. Die fleißigen Helfer sind auch bei der Vorbereitung der Festtage im Einsatz und helfen mit.

Am Heiligabend gibt es ebenso traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen. In diesem Zusammenhang betont Ulla Pietsch-Koch, Leiterin soziale Betreuung, dass in dem Haus sehr auf gesunde Ernährung geachtet werde. Regionale Produkte würden in der Küche verarbeitet. Zudem solle der Speiseplan insbesondere den an Demenz Erkrankten als Orientierung dienen: „Freitags gibt es immer Fisch, am Sonnabend servieren wir einen Eintopf. Das wird bei uns wie früher gehandhabt. Einmal die Woche gibt es vegetarische Kost“, sagt sie. Die weihnachtliche Dekoration mit der warmen Atmosphäre helfe den Bewohnern bei der Orientierung: „Wir schmücken unsere Räume entsprechend der Jahreszeit.“

Gottesdienst geplant

Die Einrichtung ist nach Aussage von Ulla Pietsch-Koch komplett ausgebucht. Es existiere sogar eine Warteliste. Die pflegerische Ausrichtung orientiert sich an den jeweiligen Einstellungen, Vorstellungen, Wünschen, Gewohnheiten, Erfahrungen, Ressourcen und Bedürfnissen der Bewohner. „Jeder Mensch ist in seiner individuellen Persönlichkeit einzigartig und durch seinen lebensgeschichtlichen Hintergrund geprägt“, so lautet das Pflegeleitbild des Sankt-Martins-Heimes in Zetel.

Ein Gottesdienst findet natürlich zum Fest im Heim statt. Pastor Michael Winkel wird am 24. Dezember um 16 Uhr die Predigt halten. Die Geschwister Nieland umrahmen den Gottesdienst musikalisch. Anschließend sitzen die Senioren mit ihren Angehörigen in den Wohnbereichen gemütlich zusammen.